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Stets das richtige Glas zu Deinem Wein:

Welches Glas zu welchem Wein? Diese Frage ist bestimmt eine der meistgestellten Fragen unter uns Weinliebhabern. Ganz gleich, ob man sich gerade am Anfang seiner Weinreise befindet oder sich schon besser mit dem Thema auskennt, bei der Frage nach dem richtigen Glas wird es anspruchsvoll. Wir fokussieren uns mit Euch zusammen auf die absoluten Basics – jeder hat schließlich mal klein angefangen!

Vorerst haben wir für Dich ein paar Faustregeln zusammengestellt, um Dein Risiko eines absoluten Fehlkaufs zu minimieren:

Glas für Wein

Glasgröße: Die Gläser sollten groß genug sein, um die Aromen einzufangen. Weißweingläser sollten max. 380 ml und Rotweingläser max. 500 ml fassen.

Glasform: Ein weiterer Kelch bietet mehr Weinoberfläche und lässt Deinen Wein stärker verdunsten und intensiver duften. Bei einem schmalen Kelch ist es umgekehrt.

Geblasenes Kristallglas vs. Industrieglas:

Industriegläser: (maschinell hergestellt), erkennt man an ihrer robusten Ausführung. Sie sind relativ dickwandig und schwer, der Stiel und der Fuß sind massiver als bei geblasenen Kristallgläsern. Maschinell hergestellte Gläser eignen sich sehr gut für den täglichen Gebrauch.

Hand und Mund gefertigte Kristallgläser: Das genaue Gegenteil von Industriegläsern sind die von Hand und Mund gefertigten Weingläser. Sie sind viel leichter und zarter, außerdem verfügen die Gläser über einen schlanken Stiel und einen vergleichsweise grazilen Fuß. In einem dünnwandigen Weinglas kommt das volle Bukett und die Farbe eines edlen Weins optimal zur Geltung. Auch feinperliger Champagner schmeckt aus einem von Hand und Mund gefertigten Glas am besten.

Kristallglas: Der Name ist leider etwas irreführend, denn Kristallglas hat in der Regel keine Kristallstruktur, sondern enthält meist Mineralien wie Blei, Zink, Magnesium und Titan. Kristallglas ist robuster als ein normales Glas, dadurch kann auch sehr dünnes Glas geformt werden. Zudem reflektieren die Mineralien im Glas das Licht und lassen es funkeln. Bleikristall ist gesundheitlich unbedenklich – sollte aber mit unparfümiertem Spülmittel von Hand gewaschen werden. Es gibt aber auch schon bleifreie Kristallgläser, die spülmaschinenfest sind.

Geblasene Gläser vs. Industriegläser

Welches Glas für welche Art von Wein?

Manche Weine sind in ihrem Charakter eher zurückhaltend, kühl und präzise, nicht wuchtig in der Nase, dafür aber elegant. Andere hingegen zeigen sich sehr potent in der Nase mit einem breiten Spektrum an Aromen, die erst zur Geltung kommen, wenn der Wein möglichst viel Luft bekommt.
Ähnlich wie bei uns Menschen kann man also davon ausgehen, dass unterschiedliche Charaktere nicht gleich auf äußere Eindrücke reagieren. So in der Art ist es bei der Kombination von Wein zu den passenden Gläsern. Elegante und zarte Weine brauchen einen engen Zulauf, damit ihre feinen Noten nicht verloren gehen, wuchtige und gehaltvolle Weine hingegen entfalten durch einen großen Oberflächenspiegel erst ihr Potenzial durch die Verbindung mit genug Sauerstoff.

Weißweingläser: Wir unterscheiden zwischen Chardonnaygläsern und Rieslinggläsern. Erstere haben einen größeren Kelch, zweitere einen eher kleineren Kelch. Ein großer Kelch eignet sich eher für im Barriquefass ausgebaute Weine oder Naturweine. Der kleinere Kelch hält den Wein einerseits kühl und andererseits näher an die Nase. Abhängig von den oben beschrieben Stilen gilt es bei weißen Stillweinen je nach Charakter der Rebsorte und der Art des Ausbaus entweder ein Chardonnayglas oder ein Rieslingglas zu nutzen.

Weißweingläser

Chardonnayglas: Bei gehaltvollen Weißweinen, die entweder eine charakterstarke Rebsorte beinhalten, einen Barriquefassausbau oder beides durchgemacht haben empfiehlt es sich, nach einem Chardonnayglas zu greifen. Dieses unterstützt die Entfaltung der Aromen mit seinem eher geöffnetem Zulauf. Auch Naturweine oder Orangeweine dürfen gerne mit Chardonnaygläsern degustiert werden.
Meist hat Orangewein eine Briochenote in der Nase, da er nicht filtriert wurde, obendrein erzeugt die für Weißweine nicht übliche Maischegärung besonders charakterstarke Weißweine.

Chardonnayglas

Rieslingglas: Für leichte, aromatische Weißweine benutzen wir ein Rieslingglas. Dieses Glas ist in der Mitte leicht schließend. Dadurch wird das Geschmacksbild lang anhaltend, indem es die Mineralität und Säure sorgsam einbettet und dennoch vorsichtig mit den feinen Duftnoten umgeht. Die feine Wandstärke und die konkave Form des Glases, welche die von Sauerstoff und Alkohol transportierten Duftaromen besonders gut bewahren, ist ein weiterer Vorteil des Chardonnayglases.
Mögliche Rebsorten für dieses Glas sind zum Beispiel: Verdejo, Riesling, Grauburgunder, Weißburgunder, Grüner Veltliner und Alvarinho.

Rieslingglas

Universalglas: Das Universalglas ist eine Mischung aus Rotweinglas und Weißweinglas. Es ist ein wenig bauchig, mehr als ein Weißweinglas, aber eben weniger als ein Rotweinglas. Es ist hoch, aber nicht zu hoch, wie man ein gutes Weißweinglas erwartet. Ein Kompromiss zwischen beidem, womit man mit Sicherheit weniger falsch machen kann. Jedem kann mal passieren, dass eine Unsicherheit bezüglich der richtigen Glaswahl herrscht. Für solche Fälle ist das Universal-Glas ein dankbarer Alltagsheld und vor allem für Einsteiger hervorragend geeignet! Immerhin wäre es ja schade, wenn man einen tollen Wein nicht optimal auskosten kann, weil er sein volles Potenzial nicht entwickelt.

Universalglas

Rosé: Meist Haben Roséweine eine relativ ähnliche Beschaffenheit wie Weißweine, eher bekannt für ihre Fruchtnote und lebendige, animierende Säure. Je nach Charakteristik können typisch fruchtige, dezente Roséweine im Riesling-Glas verkostet werden. Bei besonders lauten Roséweinen kann jedoch auch zu einem Chardonnay-Glas gegriffen werden. Indikatoren für solche Rosés sind zum Beispiel der Alkoholgehalt (ab ca. 13 %), eine für Rosés relativ untypische Lagerung im Barriquefass, aber auch die Tiefe der Farbe.

Schaumwein-Glas: Schaumwein trinken wir ausschließlich aus einer Champagnertulpe. Das Glas hat eine leicht bauchige Form und wird nach obenhin wieder schmaler. Dadurch kann der Geruch noch konzentrierter und intensiver zur Nase strömen und sein volles Bukett entfalten. Nach dem Einschenken empfehlen wir, den Champagner ein paar Sekunden atmen zu lassen, da sich anfangs im Glas sehr viel Luft befindet und somit Eventuelle ein unangenehmer Geruch entstehen kann. Ein Champagnerglas sollte niemals mehr als die Hälfte befüllt werden. Füllmengen, die über die Hälfte hinausgehen, schränken die Entwicklung des Buketts ein.

Die Hersteller der Schaumweingläser bringen am Boden des Glases einen Moussierpunkt an. Das hat den Grund, durch diesen Punkt kann die Kohlensäure besser aufsteigen und bildet eine attraktive Perlenkette aus kleinen Bläschen. Ohne den Moussierpunkt kommt die Kohlensäure oft nicht richtig zur Geltung und der Schaumwein erscheint schal.

Je dünner und schlanker das Glas, desto länger halten sich die Perlen im Glas. „Flöten“-Gläser sind perfekt für schlanke Schaumweine, während sich „Tulpen“-Gläser mehr für vollere, fruchtigere Schaumweine wie z. B. Prosecco eignen. „Coupes“-Gläser (Schalengläser) sind nicht so ideal – sehen aber immer noch sehr glamourös aus, vielleicht mit schönem Goldrand?

Schaumweinglas

Dessertweinglas: Ein Dessertweinglas ist ein kleines, bauchiges Stielglas. Durch die besondere Form mit seiner eher schmalen Öffnung verteilt sich der Wein optimal auf die Geschmacksnerven auf der Zunge. Dessertweine werden traditionell als Digestif zum Kaffee oder Nachtisch angeboten.

Dessertweinglas

Sherry- und Portweinglas: Port­wein, Sher­ry und Madeira sind kör­per­rei­che Wei­ne, die einen Alko­hol­ge­halt von über 18 Vol. % auf­wei­sen. Der Alko­hol darf beim Ver­kos­ten aber nie im Vor­der­grund ste­hen. Die klei­nen, engen Glä­ser ver­hin­dern, dass der Alko­hol ver­fliegt und das Bou­quet bran­dig macht. Die Öff­nung des Gla­ses ist außer­dem so eng, dass es nahe­zu unmög­lich ist, die Nase tief ins Glas zu sen­ken. Auf die­se Wei­se wird der hohe Alko­hol­ge­halt kaum wahr­ge­nom­men.

Sherryglas
Portweinglas

Das richtige Rotweinglas: Bauchige Kelche sammeln die Aromen. Mittelgroße Gläser passen gut zu würzigen Weinen. Übergroße Gläser machen dank ihrer weiten Öffnung tanninreiche Weine milder.

Rotweingläser

Burgunderglas: Bei dieser Frage kommt es ganz auf den Wein an. Für kräftige und Tanninbetonte Rotweine verwenden wir ein Burgunder-Glas. Dieses Glas bietet einen voluminösen Rauminhalt, damit sich der Wein komplett entfalten kann. Die Form des Glases bietet einen breiten Oberflächenspiegel, sodass der Wein schneller in Kontakt mit der Luft kommt und so seine Aromen optimal entfaltet werden. Durch den verengenden Kamin verdichten sich die Aromen mit dem Sauerstoff und können somit am Rand des Kelches wahrgenommen werden. Deshalb befüllen wir ein Weinglas nie mehr als 1/3 des Glases. Ein Bordeaux-Glas eignet sich beispielsweise für Weine aus folgenden Rebsorten: Nebbiolo und Cabernet Sauvignon.

Burgunderglas

Bordeauxglas: Bei aromatischen, fruchtbetonten, filigranen Weinen ist die Nutzung eines Bordeaux-Glas ratsam.
Bordeaux- und Burgunder-Gläser haben beide den gleichen Oberflächenspiegel. Der Unterschied liegt bei der Ausgestaltung des Kamines. Die ballonförmige Form bietet dem Sauerstoff einen optimalen Zugang zum Wein. So können sich die Aromen mit dem Sauerstoff bestens binden und entfalten so ihr komplettes Bukett. Deshalb eignet sich ein Burgunder-Glas beispielsweise für Weine aus folgenden Rebsorten: Barbera, Spätburgunder, Dolcetto.

Auch kräftige Weißweine, die im Barriquefass ausgebaut wurden, fühlen sich in diesem ballonförmigen Glas in Ausnahmefällen wohl. Mögliche Rebsorten sind: Chardonnay und in altem Holz gelagerte Rieslinge. Aber auch Naturweine kommen infrage.

Bordeauxglas
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