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D.O. Cava

Die Weinregion D.O. Cava wurde 1986 gegründet.

Infos zur Weinregion:

Cava nimmt eine Sonderstelllung unter den Qualitätsweinen in Spanien ein. Es ist ein Wein aus einem geschütztem Herkunftsgebiet mit höchstem EU-Standard (v.c.p.r.d., vinos de calidad producidos en regiones deteriminadas) wie die Herkunftsweine aus der Rioja, Navarra, Jerez etc. Die Herkunft des Cava ist aber nicht auf eine einzelne Region festgelegt. Deshalb heißt die offizielle Bezeichnung nicht „Denominación de Orígen“ (D.O.) Cava, sondern „Denominación Cava“. Dennoch gibt es genau definierte Provinzen und Ortschaften, in denen Cava-Produktion erlaubt ist. Dazu gehören einige Ortschaften in den Provinzen La Rioja und Alava (Teilbereiche der Weinregion D.O. Rioja), in Navarra (Teile der D.O. Navarra) und Zaragossa (Teile der D.O. Cariñena). Der weitaus überwiegende Teil der erlaubten Zonen liegt jedoch in Katalonien, im Nordosten Spaniens. Cavaproduktion ist zugelassen in Ortschaften der Provinzen Gerona (bei Wein die D.O. Ampurdán-Costa Brava), Lérida (D.O. Costers del Segre), Tarragona (D.O. Tarragona, D.O. Conca de Barberá und Teile der D.O. Penedés) und Barcelona (D.O. Penedés und D.O. Alella). Besonders das Weinanbaugebiet Penedés gilt als die Heimat des Cava. Mehr als 95 Prozent aller Cavas reifen hier in den Kreidekellern der „Cava-Hauptstadt“ San Sadurní oder in den Bodegas der Umgebung.

Das Penedés umfasst das Hinterland im Westen und Südwesten Barcelonas sowie den davorliegenden Landstreifen an der Mittelmeerküste. Es ist ein leicht hügeliges, nach Westen ansteigendes, altes Kulturland. Der landschaftliche Reiz, das Mittelmeerklima, die Vegetation, die recht kleinräumige Weinbaukultur und die teilweise sehr alten, hübschen Dörfer machen es zu einem Musterbeispiel mediterraner Weinlandschaft. Hinzu kommt, dass die katalanische Küche in ganz Spanien berühmt und beliebt ist. Eine Reihe guter Restaurants machen das Penedés und die anderen Cava-Herstellungsgebiete in Katalonien zu reizvollen Urlaubsregionen. So ist es kaum verwunderlich, dass Mitteleuropäer, die an den beliebten Stränden der Costa Brava Badeurlaub machen, gerne Ausflüge ins Hinterland mit seinen bezaubernden Weinregionen unternehmen. Besonders die Schaumweinhersteller in San Sadurní sind Ziel von Strandurlaubern und selbstverständlich auch von Wochenendausflüglern aus Barcelona. Doch auch die anderen Landschaften, in denen Cavas hergestellt werden, sind angenehme Reiseziele, da es sich fast ausschließlich um warme, aber nicht zu heiße Klimazonen handelt.

Wein wird auf der Iberischen Halbinsel schon seit Urzeiten angebaut. Schon die Phönizier und die Griechen tranken Weine von der Iberischen Halbinsel, wobei sie als Seefahrer hauptsächlich die Küstenstreifen kannten, an denen sie erstmals Weinbau betrieben. Das Weinmuseum von Villafranca del Penedès zeigt viele Fundstücke aus der Römerzeit. Plinius der Ältere (23-79 n. Chr.) lobte die Weine aus dem heutigen Tarragona und Penedès. Marcus Porcius, der Erbauer des Amphitheaters in Pompeji, besaß wie viele wohlhabende Römer ein Weingut im Penedès. Vom Hafen von Tarragona aus verschifften die Römer den Penedèswein, abgefüllt in Amphoren, auf den Seeweg in Richtung Italien. Zu Lande bauten die Römer die Via Augusta entlang der spanischen Küste, die zum bedeutenden Land-Transportweg wurde. Wein ist somit eines der ersten Exportprodukte Kataloniens gewesen.

Einige Jahrhunderte später beherrschten die Mauren den größten Teil Spaniens, doch hielten sie sich in Katalonien weniger lange als in den südlichen Landesteilen, aber immerhin 400 Jahre bis zur Mitte des 12. Jh. In dieser Zeit war zwar Alkoholgenuss verboten, doch verschwand der Weinbau nie ganz. Auch in den folgenden Jahrhunderten war Kataloniens Weinbau durch viele negative Faktoren, unter anderem staatliche Handelsrestriktionen und viele Kriege und soziale Wirren beeinflusst. Erst im 18. Jh. begann eine neue Aufstiegsphase.

Im 19. Jh., als wegen der Reblausplage in Frankreich schon viele Weinberge verwüstet waren, spielte Katalonien eine wichtige Rolle als Weinlieferant. Man pflanzte einfache Rotweinsorten an, bis 1887 die Reblaus auch das Penedès erreichte. Nach der Reblausepidemie wandelte sich das Penedès von der Rotwein- zur Weißweinregion. In diese Zeit fällt auch der Aufstieg der Cava-Kellereien, die seitdem den Charakter der Penedés-Weine prägen. Schaumweine kennt man überhaupt erst seit etwa 350 Jahren. Über die Herkunft der ersten schäumenden Weine gibt es viele Legenden, auch die des angeblichen Erfinders Dom Pérignon gehört dazu. Richtig ist, dass erste Schaumweine unabsichtlich durch Nachgärung der damals nicht sauber filtrierten Weißweine entstanden. War die Flasche mit Kork gut verschlossen, so blieb die Kohlensäure in der Flasche. Die ältesten absichtlich erzeugten Schaumweine der Welt stammen vermutlich aus dem südwestfranzösischen Limoux, wo sie schon 1544 nachgewiesen wurden.

Etwa um 1800 lernte man, die zweite Gärung durch Zusatz von Zucker zu stimulieren. Nach allen zugänglichen Dokumenten begann 1872 Manuel Raventós als erster mit der Produktion schäumender Weine nach der Champagnermethode. Daneben gab es Pioniere wie die Familie Goulart, die ebenfalls mit schäumenden Weinen experimentierten. Aus der Aufbauarbeit von Raventos ging Codorníu hervor, eine der beiden großen Kellereien, die heute weit über 90 Prozent aller Cavas produzieren. Der große Erfolg zeigte sich schon wenige Jahrzehnte später. Bald folgten Nachahmer. Heute erzeugt im Penedés fast jedes Weingut Cava. Die durchschnittliche Jahresproduktion liegt bei etwa 150 Millionen Flaschen. Getrunken wird er hauptsächlich in Katalonien. Im restlichen Spanien hat schäumender Wein vor allem zu Weihnachten einen Platz auf dem Speisetisch.

Infos zum Boden:

Klima und Bodenverhältnisse unterscheiden sich in den verschiedenen, für die Cava-Erzeugung zugelassenen Provinzen erheblich. Entscheidend ist die Situation in Katalonien, namentlich dem Penedès, aus dem der weitaus größte Teil der Cava-Trauben stammt. Das Bajo-Penedés (Nieder-Penedés) besteht aus dem weitgehend flachen Küstenland und hat ein recht heißes Klima. Auf den Sandböden dieser Teilzone werden heute vor allem Rotweintrauben angebaut. Die wichtigste Anbauzone ist Medio-Penedès (Zentral- oder Mittel-Penedès) auf einer Höhe von 150 bis 400 Metern. Weit über die Hälfte der Gesamtproduktion reift hier auf kalkhaltigen Lehmböden.

Infos zum Klima:

Das Penedès ist mediterran geprägt, auch noch in den höheren Lagen. Typisch sind relativ milde Winter und nicht zu große Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht. Dieses Klima mit durchschnittlich 2.550 Sonnenscheinstunden pro Jahr ist geeignet für eine Reihe von Rebsorten und Weintypen, wobei Entfernung vom Meer und Höhenlage wichtige Veränderungen mitbringen. Das hügelige Land ist reich an Mikroklimata und vor allem die jahrhundertelange Erfahrung der Winzer mit ihren Landstücken ist ein wichtiger Qualitätsfaktor. Das Penedès umfasst drei Teilgebiete, die sich klimatisch und geologisch deutlich unterscheiden. Auch bei den angebauten Rebsorten haben sich unterschiedliche Schwerpunkte ergeben.

Das Bajo-Penedès (niederes Penedès) besteht aus dem weitgehend flachen Küstenland und hat ein recht heißes Klima. Auf den Sandböden dieser Teilzone werden heute vor allem Rotweintrauben angebaut. Die wichtigste Anbauzone ist das Medio-Penedès (Zentral- oder Mittel-Penedès) auf einer Höhe von 150 bis 400 Metern. Weit über die Hälfte der Gesamtproduktion reift hier auf kalkhaltigen Lehmböden. Vor allem die Sorten Xarel-lo und Macabeo sind typisch für Zentralpenedés. Durch einen Hügelzug vom Meer getrennt, ist es nachtkühler als an der Küste, aber noch ausreichend mit Wasser versorgt. Am Tag bringen leichte Winde vom Meer her noch Kühle in die Weinberge. Nach Westen folgt das Alto-Penedès mit kühlen Lagen auf 400 bis 800 Metern. Kühle Nächte, relativ milde Tagestemperaturen und regelmäßige natürliche Bewässerung verlängern hier die Vegetationszeit und bringen fruchtbetonte, spritzige Weine, wie man sie in neuerer Zeit verstärkt sucht.

Dies ist die Region, in der die besten Parellada-Trauben wachsen. Auch in den anderen zugelassenen Produktionszonen sucht man für die Cava-Produktion nicht zu heiße Lagen. Die Anpflanzung zur Cava-Herstellung erfolgt fast immer in gemäßigten Zonen, in denen die Grundweine ausreichende Säurewerte und nicht zu hohe Alkoholgrade mitbringen. Deshalb liegen auch die anderen Orte, in denen Schaumweine erzeugt werden, in nördlichen, kühleren Gebieten.

Weinerzeuger dieser Region:

Segura Viudas
Vallformosa

Weine dieser Region:

Proa Brut
Proa Brut Rosado
Proa Semi Seco
Segura Viudas Brut Reserva
Segura Viudas Cava Brut Reserva Heredad
Segura Viudas Cava Brut Rosado
Segura Viudas Cava Semi Seco Reserva

Rote Rebsorten dieser Region:

Garnacha Tinta
Mataro
Monastrell
Pinot Noir
Trepat

Weiße Rebsorten dieser Region:

Macabeo
Parellada
Xarel-lo